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Wir
sagen DANKE
Die
Stimmberechtigten der Stadt Luzern haben am 21. Mai 2000 die Vorlage des
Stadtrates über die Zukunft des Schweizerhofquais abgelehnt: Der
Stadtrat wollte einen Teil des Seea aufschütten und
29 Kastanienbäume fällen lassen, um einen Veloweg zu realisieren und die
Bushaltestelle seeseitig massiv zu vergrössern. Für 2,3 Millionen Franken.
Damit wäre einer der schönsten Orte Luzerns, der diese Stadt weltberühmt
gemacht hat, unwiederbringlich zerstört und dem Verkehr geopfert worden.
Das Volk hatte bereits einmal eine Verschandelung dieses Quais abgelehnt,
die neue Vorlage kam deshalb einer Zwängerei der Behörden gleich.
"Gruselkabinett"
weist Stadtrat in die Schranken
Das parteipolitisch
unabhängige Komitee "Rettet den Schweizerhofquai" ist hoch erfreut über
das Nein der Stimmberechtigten zur sogenannten Neugestaltung des Schweizerhofquais.
Das Resultat reiht sich ein in eine Serie von Urnengängen, in denen die
Luzernerinnen und Luzerner denjenigen Vorlagen, die zu Mehrverkehr, Zerstörung
des Stadtbildes oder weniger Ökologie geführt hätten, regelmäßig eine
Abfuhr erteilt hatten. Es ist jetzt an der Zeit, dass die Politik diesem
unmissverständlichen Willen der Stimmbürgerschaft endlich Nachachtung
verschafft und den überbordenden Verkehr auch auf den Hauptachsen eindämmt.
Das klare Nein ist
auch eine persönliche Niederlage für Baudirektor Werner Schnieper: Die
unter seiner Verantwortung realisierten seelenlosen Neugestaltungen am
Löwenplatz oder zwischen Kursaal und Hotel Palace haben die Bevölkerung
gegenüber seinen Projekten misstrauisch gemacht. Am Schweizerhofquai wollte
sie keine weitere Stadtverschandelung erleben.
Dass es der Baudirektor
für nötig fand, das Komitee, das eine Volksabstimmung mit seinem Referendum
erst möglich gemacht hatte, als "Gruselkabinett" zu bezeichnen und seine
Abstimmungsinformationen als Schmutzkampagne zu diffamieren, trug auch
nicht dazu bei, das Vertrauen in seine Arbeit zu stärken.
Das Resultat von heute
ist aber auch eine Ohrfeige an die Adresse der stadtluzerner Grünen: Die
Partei, zu deren Programm eigentlich der Einsatz für mehr Ökologie und
weniger Verkehr gehört, hat sich als einzige Partei im Abstimmungskampf
vehement für die Vorlage eingesetzt. Diese Windfahnen-Politik ist schlecht
aufgenommen worden. In diesem Sinne ist das Abstimmungsresultat vom 21.
Mai auch eine Aufforderung an den neuen Rot-Grün-Mitte-Stadtrat, künftig
den Vorstellungen einer Mehrheit der Bevölkerung von einer wohnlichen,
lebenswerten Stadt Luzern vermehrt Rechnung zu tragen.
Das Unabhängige Komitee
"Rettet den Schweizerhofquai" verlangt im übrigen vom Stadtrat, künftig
in die Planung zur Sanierung des Schweizerhofquais einbezogen zu werden.
Das Komitee hat nie bestritten, dass eine solche notwendig ist - auch
nach dem heutigen Nein.
Die
Presseerklärung zum Downloaden
(doc)
Warum
das Referendum?
- Missachtung
des Volkswillens:
Beim Schweizerhofquai handelt es sich um die Visitenkarte der Stadt
Luzern. Er ist in einer Zeit entstanden, als Luzern touristisch entdeckt
wurde, parallel zum Quai entstanden die grossen Hotelbauten - mit ihm
ist die Stadt und deren Bedeutung als Fremdenort historisch gewachsen.
Mit anderen Worten: Der Schweizerhofquai ist eine der städtebaulich
heikelsten Stellen der Stadt Luzern. Auch im Bewusstsein der Bevölkerung
nimmt der Quai einen hohen Stellenwert ein. Wie hoch, zeigte die Volksabstimmung
über das Seebrücke-Projekt vom Herbst 1989. Es wurde an der Urne haushoch
abgelehnt. Ausschlaggebend für das Nein war damals weniger die Verbreiterung
der Brücke: Die Strasse entlang des Schweizerhofquais hätte ebenfalls
verbreitert werden müssen. Man wollte die Bäume fällen und den See aufschütten.
Heute liegt ein Projekt des Stadtrates zur Neugestaltung des Schweizerhofquais
vor, das den Absichten von damals entspricht. Nur soll es diesmal ohne
Mitsprache der Bevölkerung durchgeboxt werden. Wir sagen: Das ist eine
Missachtung des Volkswillen. Die Bevölkerung muss nochmals befragt werden.

- Irreführende
Bezeichnung:
Im Zentrum der vom Stadtrat als Neugestaltung des Schweizerhofquais
bezeichneten Pläne steht nicht die Promenade. Es ist ein Verkehrsprojekt:
Auf der Seeseite soll ein grosser Busbahnhof entstehen, auch ein paar
Meter Velospur sind vorgesehen. Statt den Quai für die Fussgänger wieder
attraktiv zu machen, wird also in erster Linie die Verkehrsfläche vergrössert.
- Verschandelung
durch Seeaufschüttung:
Als das neue Kunst- und Kongresshaus (KKL) geplant wurde, durfte der
See nicht aufgeschüttet werden. Es musste eine architektonische Lösung
ohne Verkleinerung der Seefläche gefunden werden. Ein paar hundert Meter
weiter, auf der gegenüber liegenden Seite, soll das nicht mehr
gelten? Hier wird einfach im Schnellverfahren irgend ein Umweltverträglichkeitsgutachten
eingeholt und schon darf der See um 10 Meter zugeschüttet werden!
- Architektonisch
unausgereift:
Beim KKL war nur das Beste gut genug. Vis-à-vis, am Tor zur Altstadt
soll nun eine Ingenieurlösung genügen, die sogar von den Projektverantwortlichen
lediglich als "Kompromisslösung" bezeichnet wird! Das Argument der Behörden,
es eile mit der "Sanierung", ist unglaubwürdig: Seit 1980 plant die
Stadt am Schweizerhofquai herum. Da darf es für einen solch bedeutenden
Standort auch noch ein wenig länger dauern. Und warum, wenn es doch
so dringend sein soll, hat der Stadtrat nicht längst die angekündigte
sanfte Sanierung (neue Schaukästen, anderer Kiosk etc.) realisiert?
Hat er den Quai etwa bewusst vergammeln lassen?
- Millionen
in den See schütten:
Die Stadt hat kein Geld. Warum nun dieses unnötige, teure Projekt? Es
wird die Stadt und den Kanton zusammen 4,62 Millionen Franken kosten.
Die Stadt muss davon 2,3 Millionen Franken übernehmen. Dass es auch
anders ginge, hat das Tiefbauamt ausgerechnet: Mit rund 200'000 Franken
liesse sich eine Velospur auf der bestehenden Verkehrsfläche realisieren.
- 140
Jahre alte Bäume werden abgeholzt:
Das Projekt des Stadtrates sieht vor, dass 29 Kastanienbäume abgeholzt werden.
Die Stadtbehörden behaupten nun, 11 der 29 Bäume seien sowieso krank. Stimmt
diese Analyse wirklich? 
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