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MiGeL 2: Im letzten Jahr wurden die amtlichen Preise für einige, viel zu teure medizinische Hilfsmittel endlich ein wenig gesenkt. Doch die Lobbyisten des Gesundheitswesens haben erreicht, dass das zuständige Bundesamt im Einzelfall den Preis wieder angehoben hat – um die Gewinnmargen der Abgabestellen zu sichern.
Tessin: Im Tessin gehen die Kinder bereits mit drei Jahren in die «scuola dell’infanzia», in der sie auch zu Mittag essen. Dahinter stehen besondere, integrativ  pädagogische Überlegungen – zum Wohle der Bambini, wie ein Besuch im «Asilo» von Ligornetto zeigt.
Interview: Nach 22 Jahren als Bundesrichter wird Hans Wiprächtiger Ende Jahr pensioniert. Er war ein Richter zum Anfassen, der es verstand, mit seinen «Klienten» auf gleicher Augenhöhe zu sprechen  – was ihm nicht nur Lob eingebracht hat.
MiGeL: Für medizinische Hilfsmittel werden in der Schweiz Höchstpreise bezahlt – bis zu 1400 Prozent mehr als im Ausland, wie ein Beispiel zeigt.
Wildpferde:  Zwei Herden von Wildpferden sorgen seit Jahren an der schweizerisch-italienischen Grenze für Aufregung. Eine Gruppe von Tierschützern hat sich dem Schicksal der Tiere angenommen und sie vor wütenden Bauern, sturen Behörden und der Schlachtbank bewahrt – vorerst.
Casualcard:  Strassenverkäufer drehen jungen Leuten teure Member-Karten an: Die «ultimative Ausgangskarte» ermögliche freien Eintritt in alle Clubs. Doch das sind falsche Versprechen.
Kinderarbeit:  Pflastersteine aus Kinderarbeit, Fussbälle, Textilien oder Computer zu Hungerlöhnen: Wenn Gemeinden Aufträge vergeben, achten sie meist nicht darauf, was dahinter steckt. Doch nun geraten die Lieferanten unter Druck.
Nachbarrecht: Wer denkt, er könne seinen Garten nach Lust und Laune bepflanzen, hat weit gefehlt: Es gibt für jeden Baum und jeden Strauch detaillierte Vorschriften – je nach Kanton andere. Um deren Einhaltung führen Nachbarn oft erbitterte Kämpfe.
Gutachten: Begeht jemand ein Sexual- oder ein anderes Gewaltverbrechen, wird aus der Bevölkerung schnell die Forderung gestellt, den Täter lebenslang wegzusperren. Beim Entscheid, ob das geschieht, spielen Gerichtspsychiater eine zentrale Rolle. Deren Gutachten sind allerdings oft dürftig.
Verwahrung: Alle Voraussetzungen für die Freilassung des verwahrten Markus W. sind nach Schweizer Recht erfüllt. Doch die Luzerner Behörden verweigern sie – mit fadenscheiniger Begründung. Sie verstossen damit gegen das Gesetz.
Gesundheit: Wenn sich Ärzte zu viel Zeit nehmen für die Behandlung ihrer Patienten, werden sie wegen «Überarztung» vor Gericht gezogen und zur Kasse gebeten. Die korrekte Betreuung von Patienten wird  deshalb immer mehr zum Problem – vor allem im Tessin.
Verwahrung: Bis Ende Jahr müssen alle Straftäter, die sich in Verwahrung befinden, überprüft werden. Dabei geht es um die Frage: Therapie statt Verwahrung? Doch die Urteile lassen auf sich warten. Es herrscht Verwirrung darüber, wer was entscheidet und begutachtet.  
Rechtsirrtümer: Wer einen Polizisten beschimpft, macht sich der Beamtenbeleidigung schuldig.  Eltern haften für sämtliche Streiche Ihrer Kinder. Für eine Hausdurchsuchung braucht es immer einen Hausdurchsuchungsbefehl. Alles falsch! Solche Rechtsirrtümer sind jedoch weit verbreitet. Wir sind ihnen auf den Grund gegangen und haben einige zusammen gestellt.
Asbest: Die Eternit Schweiz AG muss sich in Italien auf eine Anklage gefasst machen. Der Turiner Staatsanwalt Raffaele Guariniello ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.Interview mit dem Starstaatsanwalt.
Umweltschutz: Die Region unterhalb des Lukmaniers ist Naturschutzgebiet, Lebens- und Wirtschaftsraum der Bewohner, Weidegebiet für Nutztiere, Transit- sowie Erholungsraum. Da ist es nicht immer einfach, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen.
U-Haft: In den meisten Schweizer Gefängnissen herrschen unhaltbare, teils gar illegale Zustände. Vor allem werden die Grundrechte von Untersuchungshäftlingen verletzt. Davon betroffen sind oft unbescholtene Bürger und Bürgerinnen.
Einzelhaft: Der Psychotherapeut Reto Volkart fordert die Abschaffung der Isolationshaft. Sie führte zu falschen Geständnissen, zu Selbstmord, zu psychischen und physischen Störungen. Fazit: «Einzelhaft ist Folter»
Verwahrung: Seit Jahren kämpft Markus W. um seine Freilassung. Verschiedene Gutachten attestieren, dass er nicht mehr gefährlich ist. Dennoch bleibt er in Haft.
Gentech: Schweizer Bauern und Produzenten möchten ihre Milch, den Käse oder das Brot als «gentechfrei» anpreisen können. Doch die Behörden verbieten es. Und die Gentech-Opposition ist sich nicht einig.
Umweltschutz: Umweltschutz ist nur noch ein Thema, wenn sich die Natur als «Jahrhundertkatastrophe» zurückmeldet. Oder wenn die Wetterlage den Feinstaub vorübergehend staut. Die Politik reagiert entsprechend: Sie spart beim Umweltschutz.
TV-Werbung: Sobald Werbung angesagt ist, zappen immer mehr TV-Zuschauer weg oder blenden sie mittels digitaler Technik aus. Werber integrieren deshalb ihre Botschaften immer häufiger in die Sendungen und reizen dabei die Grenze zur Illegalität aus.
Preiskampf: Alle jammern über die gepfefferten Preise in der Schweiz. Die Rezepte dagegen sind bekannt. Aber deren Anwendung wird hintertrieben. Mal sind es staatliche Schikanen, mal Preisdiktate von Grosskonzernen. Nun versucht die Politik den Befreiungsschlag.
SBB: Die SBB-Tochter Elvetino reduziert die Minibars in den Zügen. Auf der Strecke bleibt vor allem die Verpflegung im Tessin – und das Personal.
Ombudscom: Der Bundesrat will eine obligatorische Ombudsstelle für alle Telecomanbieter schaffen – auch für 0900-Nummern.
Schulden: Das neue Konsumkreditgesetz soll vor Überschuldung schützen. Doch Kundenkarten, Überziehungskredite und immer mehr Kreditinstitute beweisen: Das Geschäft mit den Schulden floriert.
Alimente:  Wenn der Vater fürs Kind nicht zahlt, kann die Mutter beim Staat eine Bevorschussung der ausstehenden Alimente beantragen. Doch die Behörden finden immer neue Wege, um nicht zahlen zu müssen.
 Ölkrise:  Steigende Preise, schwindende Reserven, Klimaerwärmung: Erdöl hat bald ausgedient. Die Pioniere der Alternativenergie, lange als «Spinner» verschrien, finden allmählich Gehör – und internationale Anerkennung.
 Lehrstellen:  Wirtschaftsminister Joseph Deiss bekämpfte vor zwei Jahren die Lehrstelleninitiative mit dem Argument, sie sei nicht nötig. Erst heute, angesichts Tausender ohne Lehrstelle, räumt er ein, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt.
 Umweltschutz:  Noch nie war die Arbeit der Schweizer Umweltorganisationen derart gefährdet: Seit der Kontroverse um das Zürcher Fussballstadion droht ihnen die Abschaffung ihres Beschwerderechts. Diesem verdankt die Schweiz aber eine Vielzahl einzigartiger Naturwunder.
 Freizeitwald:  Je unwirtlicher die Städte, desto wichtiger sind die Naherholungsräume. Doch wenn der Nutzungsdruck auf diese Oasen zunimmt, ist deren Existenz gefährdet.Vor allem stadtnahe Wälder sind davon betroffen: Die Invasion der Freizeitmenschen stresst den Wald .
 Elektrosmog:  Energiesparlampen werden als saubere und sparsame Alternative zu Glühbirnen gepriesen. Was dabei verschwiegen wird: Sie erzeugen Elektrosmog.
 Steuern: Wochenaufenthalter geraten immer mehr unter Druck: Die Städte gehen mit scharfen Kontrollen gegen sie vor und verlangen, dass sie ihr Steuerdomizil verlegen. Für die Betroffenen entfallen dadurch happige Steuerabzüge - ausser fürs Kader.
 Versicherung: Wer beim Abschluss eines Versicherungsvertrages eine Tatsache anzugeben vergisst, riskiert, als Versicherungsbetrüger registriert zu werden. Und im Schadensfall gibt es kein Geld. Das entsprechende Gesetz soll geändert werden. Doch die Versicherungslobby will dies verhindern.
 Mobilfunk:  Die Mobilfunkanbieter haben längst erkannt, dass ihre Anlagen für Mensch und Umwelt schädlich sind. Eine neue, sanftere Technologie steht bereit. Doch nun streitet man sich über deren Anwendung. Ein Scheingefecht.
 Justizkosten:  Wer vor Gericht um sein Recht kämpfen will oder muss, braucht vor allem eines: Geld. Gebühren, Anwaltskosten und Vorschüsse bilden für Durchschnittsverdiener unüberwindbare Barrieren. Folge: Sie verzichten auf ihr Recht.
 Bundesrat:  Das Tessin gehört in den Bundesrat. Nicht wegen der Tessiner, die auf diesen Repräsentationsposten verzichten können, sondern wegen der übrigen Schweiz. Denn die Zukunft des Landes liegt im Süden.
 Gesundheit:  Künftig wird es nur noch Discountärzte fürs Volk und Leibärzte für Gutbetuchte geben. Der allzeit bereite Hausarzt stirbt aus.
 NPOs / NGOs:  Aus Bürgerbewegungen, die für mehr Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit gekämpft haben, sind etablierte Betriebe geworden. Nun stecken sie in der Identitätskrise. Die Basis zürnt ihren Managern.
 Energie:  Die 2000-Watt-Gesellschaft: Der Bund plant ein neues Energiesparprogramm: Künftig werden wir mit nur einem Drittel unseres derzeitigen Energieverbrauchs auskommen müssen!
 Energie:  Einsicht nach dem 11. September: Die Schweizer AKWs sind nicht so sicher, wie immer behauptet wurde. Das stört die Verantwortlichen jedoch wenig. Die Atomdebatte ist neu lanciert.
 Politik:  Darf ein alt Bundesrat der Landesregierung ständig ins Handwerk pfuschen? Otto Stich kämpft gegen das Elektrizitätsmarktgesetz und für eine Kapitalgewinnsteuer.
 Renten:  Haben sich alle Experten geirrt? Neue Berechnungen zeigen, dass die Lebenserwartung der Frau zurück geht. Eine frohe Botschaft für die Altersorgen AHV und BVG.
 Gesundheit: Der Reichtum des Landes sind die Kranken: Wäre das Schweizer Gesundheitssystem eine AG, müsste man sofort Aktien kaufen.
 Gesundheit:  Seit gut zwei Jahren zahlen alle Schweizer einen Beitrag in eine Stiftung für Gesundheitsförderung: Hausmannskost aus Luzi Fehrs Küche
 Umweltpolitik:  Nicht Abfallgebühren bestimmen die Konsum- und Wegwerflust, die Wirtschaftslage ist entscheidend. Geht die Abfall-Sackgebühr bald in Rauch auf?
 Arbeitsmarkt:  Die Arbeitgeber haben den Wert der Gesundheit als Investitionsfaktor entdeckt - für den Angestellten wird Gesundheit zur moralischen Pflicht, Krankheit zur individuellen Schuld.
 Kleinplakate:

 Das illegale Aufhängen von Kleinplakaten ist ein Riesengeschäft - im Untergrund herrscht die Mafia.

 Schutzgelder:  Rund 180 Fälle von Schutzgelderpressung werden in der Schweiz pro Jahr angezeigt - das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Luzern hat sich etwas ausgedacht, um das Schweigen der Opfer zu brechen.
 Lohnrunde:  Bonus statt mehr Lohn, versprechen immer mehr Arbeitgeber. Doch die Aussicht auf fette Prämien bleibt meist schöne Theorie.
 Sozialgeschäft:  Was einst Staatsdomäne war, ist heute ein Milliardenmarkt für clevere Sozialunternehmer: Das grosse Geschäft mit dem Sozialen.
 Ladenschluss:  Die Diskussion um Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten ist längst von der Wirklichkeit überholt worden - mit absehbaren Spätfolgen.

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