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VON VERA BUELLER
Doch was der Verkäufer verschwieg: Mit der Unterschrift verpflichtet man sich zu einer Mitgliedschaft von mindestens zwei Jahren und der Vertrag verlängert sich automatisch um jeweils ein Jahr, wenn man nicht rechtzeitig schriftlich und eingeschrieben kündigt. Kosten pro Jahr: 399 Franken. Die Karte kommt Nachtschwärmern somit auf rund 800 Franken zu stehen. Dabei verdient Céline pro Jahr nur 7200 Franken, was der Verkäufer wusste. Zu Hause angekommen, bekam es Céline mit ihrer Mutter zu tun: Wie sie nur so blöd sein könne? Sie kündigte telefonisch den Casual Card-Vertrag. Einen Monat später kam die erste Mahnung, dann die zweite. Céline musste einsehen, dass sie schriftlich und innert 7 Tagen nach Vertragsabschluss hätte kündigen müssen. Ende 2009 ging die Firma in Konkurs: «Damit hatte sich für mich das Thema Casual Card erledigt», meinte Céline etwas voreilig. Im Januar 2010 erhielt sie denn auch prompt von der Nachfolgegesellschaft Global Management Group GmbH und der von ihr beauftragten Inkassofirma weitere Rechnungen und Mahnungen – inzwischen sind es mehr als 800 Franken. Céline Oggier gibt zu, Fehler gemacht zu haben. Aber sie fühlt sich auch hintergangen. Denn «überall», wie versprochen, komme man mit dem Stück Plastik längst nicht rein – «in Luzern beteiligen sich gerade mal zwei Clubs am Angebot ». Und von Gratiseintritt oder gar VIP-Behandlung könne keine Rede sein. Nikola Trajanov – Head of Sales der Global Management Group GmbH – verweist auf die Website, wo alle Leistungen korrekt aufgeführt seien, und auf die «Allgemeinen Geschäftsbedingungen». Dort erfährt man allerdings Bemerkenswertes: Die internationale Firma – die in der Schweiz von Zug aus operiert, ihren Hauptsitz auf den Seychellen hat – übernimmt keinerlei Verantwortung, falls einer der Clubs oder Betriebe die Karte «aus irgendwelchen Gründen» nicht akzeptiert. Und sie kann die Verwendungsmöglichkeiten ihrer Casual Card «jederzeit erweitern, einschränken oder aufheben». Mit anderen Worten: Die teure Karte kann von heute auf morgen wertlos werden. Juni 2011 Dass Céline Oggier kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick ins ins Forum des «Beobachters»: www.beobachter.ch
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